Barcamps sind mir von allen Formaten, die es zum Austausch in Gruppen gibt, die liebsten. In einem Barcamp kann man sein Wissen teilen, indem man eine Session anbietet, man kann aber auch einfach inspirieren lassen, indem man bei Sessions teilnimmt. Beides finde ich toll, weil das Gesamtkonzept einfach stimmig ist. Eine Liste aller öffentlichen Barcamps im deutschsprachigen Raum ist hier zu finden. Ein anderes Event-Format, das ich ebenfalls sehr mag, ist der Hackathon.

Wie funktioniert das?
Das Wichtigste beim Barcamp ist meiner Meinung nach das Mindset: Man muss sich bewusst sein, dass wenig vorbereitet ist und viel spontan geteilt wird. Ein Barcamp kann einen inhaltlichen Rahmen haben, es funktioniert aber auch ohne. Durch das Setzen eines Rahmens kann man natürlich sowohl das Publikum als auch die Inhalte etwas lenken. In der Regel kann jeder an einem öffentlichen Barcamp teilnehmen.
Ein Barcamp läuft wie folgt ab:
- Optional: Formloses oder angeleitetes Kennenlernen
Man lernt sich beim Kaffee oder bei einer moderierten Kennenlernübung kennen. So kann die Moderation bei introvertierteren oder perfektionistischen Teilgebenden die Hemmungen, eine Session anzubieten, senken. - Barcamp-Sessions entwickeln
Die Moderation leitet die Teilgebenden dazu an, sich zu überlegen, was sie gerne im Rahmen einer Session teilen oder besprechen würden. Das heißt nicht, dass der Vorschlagende ein Experte für das Thema sein muss – er kann auch einfach ein Thema anbieten, zu dem er oder sie sich in der Gruppe austauschen möchte. - Barcamp-Sessionplanung
Die Session-Geber stellen das Thema vor, über das sie reden möchten. Optional kann man hier bereits das Format festlegen, das muss aber nicht sein. Die anderen Anwesenden zeigen per Handzeichen, ob sie an der Session interessiert sind. Hier ist eine wertschätzende Moderation wichtig, falls einmal wenig Interesse aus der Gruppe kommt. Das Handzeichen ist völlig unverbindlich und soll nur zeigen, wie groß das Interesse der Gruppe am Thema ist. Sessions, die akzeptiert werden, werden direkt in einen passenden Zeitslot auf einem Whiteboard geschrieben und einem Raum zugewiesen.
Und damit ist das Barcamp auch schon geplant: die Teilgebenden können nun je nach Interesse an Sessions teilnehmen oder auch einfach eine Pause machen, networken oder arbeiten, wenn gerade keine für sie interessante Session läuft.
Das Barcamp-Gesetz der zwei Füße
Beim Barcamp ist es wichtig sicherzustellen, dass alle ein gutes Erlebnis haben – dafür ist das Gesetz der zwei Füße da:
- Es ist jederzeit völlig in Ordnung, eine Session zu verlassen und in eine andere Session zu wechseln.
Gerade weil eine Barcamp-Session spontan ist und sich durch die Teilgebenden in verschiedene Richtungen entwickeln kann, ist es wichtig, dass man nicht „festgekettet“ ist. Wenn sich die Session nicht so entwickelt, wie man möchte, oder sie einfach doch nicht für den Teilgebenden passt, kann er jederzeit wechseln. Der Session-Geber sollte sich davon auch nicht stören lassen: Bei allen Barcamps gibt es zeitlich paralell mehrere interessante Sessions. Es ist also nur natürlich, dass man auch bei anderen Themen vorbeischauen möchte.

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