Dieser Tage ist mir etwas noch ein weiterer Grund klar geworden, warum die Nächste Aktion dabei hilft, Dinge anzufangen: man muss weniger bedenken!
Wir denken kompliziert
Wie an anderer Stelle auf dieser Seite ausführlich beschrieben wird, ist die Nächste Aktion bei Getting Things Done der absolut nächste Schritt, mit man ein Thema voranbringt. Was mir bewusster geworden ist, ist wieso das insbesondere hilft, wenn man zu einer oder mehr der folgenden Verhaltensweisen neigt:
- man malt sich alle denkbaren Szenarien aus, wie das Thema weitergehen könnte
- man möchte alle Schritte eines Vorgangs durchdenken, bevor man sich für einen ersten Schritt entscheidet
Die Nächste Aktion kann den Druck, den wir selbst auf uns durch diese Verhaltensweisen ausüben, reduzieren. Wie? Da wir den Fokus auf die absolut Nächste Aktion reduzieren können. Damit reduziert sich die wirklich notwendige Entscheidung in den meisten Fällen darauf, herauszufinden, was der sinnvollste absolut Nächste Aktion ist.
Die Nächste Aktion: warum mehr überlegen?
Auch wenn es für Menschen, die wie oben beschrieben denken, sicherlich zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig ist, vereinfacht der Fokus auf die Nächste Aktion den Denkprozess und reduziert die potentielle Prokrastination, weil man sich überfordert fühlt. Oft ist es überhaupt nicht notwendig, die Folgeschritte abzuwägen, bevor man den ersten Schritt geht, da die Nächste Aktion sich dadurch nicht ändert.
Nächste Aktion bei der guten alten Steuererklärung…
Egal, ob ich schon etwas darüber weiß, wie ich meine Steuererklärung mache: es ist ganz sicher, dass ich z.B. meine Spendenquittungen brauche, wenn ich sie absetzen will. Das heißt, dass ich eine Nächste Aktion, „Spendenquittungen zusammenstellen“ auf jeden Fall machen muss, auch wenn ich noch nicht weiß, wie ich weiter mit der Steuererklärung vorgehe. Aber egal, ob ich sie selber mache, einen Freund anflehe, sie für mich zu machen, oder das Geld für einen Steuerberater in die Hand nehme, diese Nächste Aktion werde ich immer machen müssen. Ich suche noch nach einem besseren Beispiel, aber der Gedanke, den ich vermitteln will, ist: wenn die späteren Schritte für den ersten Schritt keine Auswirkungen haben, macht es keinen Sinn, das Erledigen des ersten Schritts erst anzugehen, wenn die Folgeschritte ausreichend beleuchtet sind.
Nächste Aktionen können unterschiedliche Ergebnisse haben
Ein anderer wichtiger Aspekt ist, dass wir die Zukunft und den zukünftigen Verlauf oft gar nicht vorhersagen können: wer weiß, was z.B. bei der Zusammenarbeit mit einer Dritten Person tatsächlich als Reaktion auf unsere Nächste Aktion passiert? Evtl. trifft unser Plan gar nicht zu und wir müssen nach der Reaktion auf unsere erste Nächste Aktion komplett anders agieren, als wir es geplant hatten. Dann wäre all der Planungsaufwand umsonst.
Ich möchte hier nicht dazu aufrufen, nicht mehr zu planen – dazu bin ich zu sehr Projektmanager. Aber ich möchte dazu ermuntern, einfach zu machen: mit der Nächsten Aktion das Thema vorantreiben, auch wenn der weitere Plan noch nicht steht. Warum sollte uns das aufhalten?

Schreibe einen Kommentar