Seit Ende 2024 gibt es eine neue spannende Wendung im Bereich Künstliche Intelligenz: MCP, das sogenannte Model Context Protocol, das Anthropic, die Firma hinter der KI Claude, eingeführt hat. Es handelt sich um einen offenen Standard, mit dem man KI-Modelle mit Software verbinden kann, um z.B. auf dem eigenen Rechner Vorgänge zu automatisieren.
MCP? Wofür braucht man das?
Mit MCP kann man lokal auf einem Rechner laufende Software, z.B. den eigenen Browser, an eine KI anbinden. Die KI kann dann auf dem Rechner für den Benutzer Aufgaben ausführen. Zum Beispiel kann ich eine KI an meinem Rechner mit meinem Browser Dinge erledigen lassen, OHNE, dass ich meine Zugangsdaten für die genutzten Dienste bereitstelle – ich logge mich einfach vorher ein, so dass die KI meinen Dienst zwar nutzen kann, aber Nichts mit den Zugangsdaten zu tun hat.
Wie geht das?
Um MCP zu nutzen benötigt man eine KI, die MCP unterstützt wie z.B. Claude Desktop. Von Haus aus ist das aktuell nur Claude, es gibt aber Workarounds für ChatGPT und Google Gemini. Für erste Tests empfehle ich klar Claude, da man sich durch den Workaround natürlich zusätzliche Fehlerquellen einhandelt.
Um es zu nutzen, muss man sogenannte MCP Server lokal installieren und starten. Teilweise werden diese direkt aus Claude heraus installiert (s.u.) oder man bekommt sie im Internet und kann sie dann an Claude anbinden. Sobald dieser MCP Server läuft, kann Claude auf die Programme zugreifen, z.B. den Browser (hier empfehle ich das Chromium Plugin Browser MCP auf eigene Gefahr). Für viele Programme gibt es MCP-Server, ob diese funktionieren und auch nur das tun, was sie behaupten, muss man natürlich überprüfen oder unabhängigen Instanzen vertrauen wie z.B. diese (nicht von mir geprüft).
Wichtig: die KI erhält den Zugriff, den der Server gewährt, wenn der Server als böswillig andere Dinge ermöglicht als kommuniziert, kann der Rechner kompromittiert werden! Zumindest bei Claude muss allerdings jeder Befehl mindestens einmal bestätigt werden, so dass man problematische Vorgänge auch noch abfangen könnte.
Aktuell ist die Unterstützung von MCP noch in den Kinderschuhen, selbst bei Claude ist es erst seit kurzem möglich, MCP über die Einstellungen zu aktivieren.
Bei meinen ersten Tests vor ein paar Monaten ging das nur, wenn man die entsprechenden Schnittstellen mühsam über eine Textdatei angebunden hat, nachdem man die Entwickler-Optionen aktiviert hatte.

Ist MCP neu?
Vor ein paar Jahren war das als RPA bzw. „Robotic Process Automation“ bekannt, aber nicht so mächtig wie diese Lösung:
- KIs sind inzwischen „Commodities“, sie sind einfach und günstig verfügbar.
- Die heutigen KIs sind deutlich mächtiger als die früheren Modell, die stärker auf Regeln aufsetzten.
Ältere Varianten brauchten spezielle Software, die auf dem Rechner lief, die dann auf die Rechner zugreifen konnte. Gesteuert wurde diese dann meist von einer KI in der Cloud, die deutlich teurer war als die heutigen Modelle. Zudem handelte es sich hierbei primär um Angebote für Firmen.
Ein Beispiel!
Im folgenden Video mache ich mit Claude und Browser MCP eine Recherche, bei der wirklich Google.de verwendet wird, um echte Google Rankings zu erhalten.


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