Respekt ist ein wichtiger Wert für mich – sowohl gegenüber anderen, als auch bezüglich. des Umgangs anderer Menschen mit mir. Ich bin der Meinung, dass man im Normalfall immer versuchen kann, respektvoll miteinander umzugehen. Ein schönes Zitat, dessen Ursprung mir gerade nicht einfällt, ist „Respekt bemerkt man vor allem dann, wenn nicht mehr im Raum ist“.
Als Mensch, der gerne Kontrolle über seine Zeit hat, habe ich vor vielen Jahren angefangen, insbesondere fremde Menschen mit den Worten „Haben Sie einen Moment für mich?“ anzusprechen, egal ob am Telefon oder persönlich. Auch am Arbeitsplatz bin ich der Meinung, dass jede Störung eines anderen aus Respekt mit dieser Frage beginnen sollte. Ich gehe davon aus, dass ich das irgendwo gelesen habe, aber ich weiß leider nicht mehr, wo.
Warum überhaupt fragen? Was macht der Mensch gerade?
Da mein großer Sohn inzwischen alt genug ist, wichtige Umgangsregeln zu lernen, hatte ich den Impuls, diesen Artikel zum Thema Respekt zu schreiben. Es ist eigentlich ganz einfach. Wenn ich einen Menschen anrufe oder in sein Zimmer komme, ist die Chance hoch, dass er gerade etwas macht. Je nachdem, was das ist, kann eine Störung egal, willkommen oder unangenehm auf den Menschen wirken. Der Mensch kann gerade…
- nichts tun und Langeweile haben: Dann ist die Störung egal.
- etwas Unliebsames tun, von dem er sich gerne ablenken lässt: Dann ist die Störung willkommen.
- etwas tun, auf das er stark konzentriert ist: Dann ist die Störung sehr unangenehm.
Bevor wir anrufen oder den Raum betreten, haben wir wenig Chancen zu wissen, in welcher Situation der Mensch gerade ist – aus Respekt sollten wir fragen, ob es passt.
Respekt: und wieder geht es um die Produktivität…
Ganz nach dem Motto von Gandhi, „Be the change you want to see in the world“ frage ich daher nach Möglichkeit immer, ob der oder die andere gerade Zeit hat. Welchen Unterschied macht das? Der Mensch, um dessen Zeit es geht, entscheidet, ob die Störung weitergeht oder nicht. Meistens helfe ich gerne anderen Menschen, aber es gibt auch Zeiten, wo ich das ungern tue:
- Wenn ich gerade unter Zeitdruck stehe
- Wenn ich gerade sehr konzentriert an etwas arbeite, das Einarbeitungszeit erfordert
- Wenn ich gerade einfach keine Lust auf Gespräche mit anderen Menschen habe
- usw.
Wenn einer dieser Fälle eintritt, bin ich dem Gegenüber sehr dankbar, dass es mir aus Respekt die Wahl lässt, ob ich gerade ein Gespräch mit ihm oder ihr haben will. Schließlich ist es meine Zeit.
Viele Bücher zum Thema Produktivität betonen übrigens den Schaden durch Störungen, insbesondere, wenn man dadurch den Faden verliert.
Respekt-Empfehlung: Fragen, wenn man stört!
Dementsprechend ist meine Empfehlung immer, egal um welche Situation es sich handelt: einfach fragen, ob es gerade passt oder nicht. Bloß weil es gerade nicht passt, heißt das ja nicht, dass man nicht später über das Thema sprechen kann. Oft kommt bei einer Ablehnung direkt ein Vorschlag, wann man sich über das Thema unterhalten kann. Als kleinen Produktivitäts-Hack kann man bei der Ablehnung auch sagen: „Schick mir doch bitte eine kurze Erinnerungsmail, dann melde ich mich bei Dir, sobald es passt.“ So bekommt man nämlich gleichzeitig noch eine Priorität (ist das Thema dem Gegenüber die Zeit und Mühe für eine Mail wert?) und kann sich schon gedanklich auf das Thema vorbereiten – damit wird quasi aus der synchronen eine leicht asynchrone Kommunikation. Wie immer geht es hier aber natürlich auch um gesunden Menschenverstand: wenn etwas wirklich dringend oder wichtig ist, kann es auch Sinn machen, direkt zu stören. Aber es schadet vor dem Stören sicherlich nicht, kurz darüber nachzudenken, ob es sich gerade um so einen Fall handelt.
Und jetzt: das Lied, an das wir alle denken…
Das Lied Respect von Aretha Franklin erschien 1967 als Coverversion des Originals von Otis Redding aus dem Jahr 1965 und wurde die Hymne der Feminismus-Welle der 1970er Jahre in den USA. Die Version von Aretha Franklin wurde 2004 zum fünftbesten Song der Rolling Stone Greatest Songs of All Time gekürt. Diese zugehörige Playlist habe ich nur punktuell geprüft. Quelle: Wikipedia.

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