Persönliche Produktivität ist eines der Themen, die mich am meisten begeistern, seit ich vor langer Zeit das Buch simplify your life* gelesen habe. Auf Umwegen bin ich so auf Getting Things Done gestossen, die Methode, für deren Verbreitung ich diesen Blog schreibe.
Bücher über persönliche Produktivität
Im Folgenden geht es um alle Bücher, die mir dabei helfen, Dinge besser bzw. einfacher mit weniger Aufwand zu machen.
David Allen: Getting Things Done* / Wie ich die Dinge geregelt kriege*
Der zeitlose Klassiker zum Thema persönliche Produktivität ist auch über 20 Jahre nach seinem ursprünglichen Erscheinen eine tolle Anleitung, wie man sich selbst besser organisieren kann. Die Meinungen gehen auseinander, aber ich finde, es ist ein gut lesbares und unterhaltsames Sachbuch. Beeindruckend fand ich vor allem auch die Leichtigkeit und Bodenständigkeit, mit der David die Methode erklärt – ich habe beim ersten Lesen regelmässig gedacht: „Das macht ja total Sinn – warum mache ich das nicht schon so?“
Wer mit der englischen Sprache fit genug ist, dem empfehle ich die englische Fassung, die deutsche finde ich recht steif; zudem sind ein paar Übersetzungen schief gegangen. Die Stelle, die ich am schwierigsten für den deutschen Büroalltag zu nutzen fand, war das Thema der Manila-Mappen. Wie das funktioniert, erkläre ich hier. Die zwei Folgebücher Ready for Anything* / So kriege ich alles in den Griff* und Making it all work* / Ich schaff das!* sind auch sehr gut. Letzteres ist vor allem gut, wenn man bereits eine Weile mit Getting Things Done gearbeitet hat. Um Zusammenarbeit im Team geht es im neuesten Buch von David Allen zusammen mit Edward Lamont: Team – Getting Things Done with others*. Hier meine Gedanken dazu. Leider gibt es noch keine deutsche Fassung.



Daniel Levitin: The Organized Mind* / leider keine deutsche Fassung
Dieses Buch erklärt aus neurowissenschaftlicher Sicht sehr unterhaltsam, wie unser Gehirn Informationen organisiert und warum es hier und da Dinge nicht gut kann. Insbesondere die Aspekte Sammeln und Organisieren von Getting Things Done werden in diesem Buch inhaltlich stark gestützt, da erklärt wird, warum wir unser Gehirn schlecht darin ist, sich Dinge zu merken. Ebenso wird erklärt, wie die Organsation in Kategorien dabei helfen kann, möglichst wenig und kurz zu suchen. Auch warum Multitasking nicht funktioniert, wird besprochen. Besonders gut hängengeblieben ist bei mir, dass es in jedem Haushalt eine Stelle/Schublade/Ecke gibt, in der sich Objekte sammeln, die nicht sauber kategorisiert werden können. Ein tolles Buch zum Thema persönliche Produktivität!

James Clear: Atomic Habits* / Die 1% Methode*
Ein tolles Buch zum Thema Gewohnheiten, warum sie wie funktionieren und wie man sie ändert. Der Titel des Buches kommt daher, dass man durch kleine Gewohnheitsänderungen über die Zeit sehr große Effekte erreichen kann. Dafür nutzt man die sogenannte Habit Loop, um neue Gewohnheiten an bereits bestehende anzudocken bzw. ungeliebte Gewohnheiten zu erschweren. Es gibt Bücher zum Thema von mehreren Autoren, in Summe hat mir dieses Buch mit Abstand am Besten gefallen!
William Oncken: Managing Management Time* / leider keine deutsche Fassung
Über dieses Buch bin ich zufällig gestoßen. Es geht vor allem darum, wie man sich in großen Unternehmen bzgl. der persönlichen Produktivität selbst optimiert. Mit viel Humor und nicht immer ganz ernst werden hier die Vorgänge im Konzern beleuchtet und Handlungsempfehlungen gegeben, die auch 40 Jahre nach Erscheinen noch inhaltlich sinnvoll sind. Weil ich so begeistert davon bin, gibt es zu diesem Buch einen eigenen Artikel.
Neil Fiore: The Now Habit* / Vorbei mit der Aufschieberei!*
Ein Buch, in dem es um Prokrastination/Aufschieberitis geht. Es werden Gründe, vor allem die zugrundeliegenden Ängste beleuchtet und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die häufigsten Ursachen für Verschieberitis sind Perfektionismus und die Angst vor dem eigenen Versagen. Hier wird die sogenannte Nächste Aktion aus Getting Things Done gestützt, um auch ungeliebte Aufgaben zumindest zu beginnen, auch wenn man nur ein kleines Stückchen weiterkommt.
Roy Baumeister: Willpower* / Die Macht der Disziplin*
In diesem Buch geht es um Willensstärke, auch als Komponenten im Kampf gegen Prokrastination/Aufschieberitis. Roy Baumeister ist Psychologe und einer der Forscher, die am meisten zu diesem Thema geforscht haben. Eine der Grundideen, dass Selbstdisziplin begrenzt ist, konnte leider in späteren Studien nicht sauber reproduziert werden, obwohl es so logisch klingt. Ich denke, dass der Effekt dennoch besteht, aber der Nachweis bisher nicht eindeutig und sauber gelungen ist. Dennoch sehr lesenswert!
Stephen Covey: The 7 habits of highly effective people* / Die 7 Wege zur Effektivität*
Der Klassiker des Selbstmanagements von 1989 hat natürlich auch heute noch Bestand. Mich hat besonders angesprochen, dass es viel darum geht, das, was man tut, auf seine Werte und Prinzipien abzustimmen – für mich nahe am Quercheck der Höheren Fokusebenen in Getting Things Done. Sowohl der Fokus auf proaktives Handeln als auch auf das gewünschte Ergebnis sind sicherlich eine Grundlage der späteren Umsetzung in Getting Things Done. Wenig verbreitet ist das Bewusstsein, dass die bekannte Eisenhower Matrix zur Priorisierung aus diesem Buch stammt. Ein absoluter Klassiker, wenn es um persönlichen Erfolg und Effektivität geht!

Joseph Grenny et al.: Crucial Conversations* / leider keine gute dt. Übersetzung
Ich finde es sehr schade, dass mir dieses Buch über Kommunikation erst vor ein paar Jahren untergekommen ist. Es gefällt mir deutlich besser als Non-Violent Communication (NVC, auch ein gutes Buch!), weil es mehr auf Werkzeuge für den Umgang mit schwierigen Gesprächen fokussiert ist als auf den eigenen Umgang mit den Situationen. Während ich die Annahme von NVC, dass alle Menschen nur Opfer der jeweiligen Situation sind, grundsätzlich nicht widerspreche, denke ich doch, dass es Menschen gibt, die zumindest in ihrer Rolle durchaus bewusst bösartig agieren.

Daniel Pink: When* / When*
Bestseller-Autor Pink teilt in diesem Buch seine Recherchen zum Thema Zeit, insbesondere dahingehend, dass es bei manchen Tätigkeiten Sinn macht, bewusst zu entscheiden, wann man sie tut. Dementsprechend werden natürlich die Chronotypen von Lerche und Eule erklärt, der ideale Tagesablauf sowie die Wichtigkeit von Pausen dafür, produktiv zu bleiben.
Karin Kuschik: 50 Sätze, die das Leben leichter machen*
Bevor ich dieses Buch las, dachte ich, dass ich für die meisten Situation die richtigen Worte bzw. Sätze parat hätte. Das hat sich durch dieses Buch geändert, bei dem ich an einigen Stellen zwar „genau“ gedacht habe, aber auch einige gute Impulse mitgenommen habe. Im Sinne der Produktivität ist gibt es hier einige gute Ideen zum Neinsagen und zur klaren, offenen aber auch souveränen Kommunikation.
Marie Kondo: The Life-Changing Magic of Tidying* / Magic Cleaning*
Bei diesem Buch hat mich sehr überrascht, wie stark es sich teilweise mit Getting Things Done überlappt: an vielen Stellen wird eben erst einmal gesammelt, um einen Überblick zu bekommen, dann klar entschieden (was bringt Freude) und dann organisiert. Ich habe einen Artikel dazu geschrieben, weil ich das so faszinierend fand. Abgesehen von dem Aspekt, dass Marie Kleidungsstücken Gefühle andichtet, was sicherlich in der japanischen Kultur begründet ist, ein wirklich gutes Buch!

Bücher zur persönlichen Produktivität, die man nicht lesen muss…
Cal Newport: Deep Work* / Konzentriert arbeiten*
Dieses Buch kann man sich meiner Meinung nach sparen, wenn man nicht an der Uni arbeitet oder vor hat, sich primär mit seinen Gedanken und Schreiben zu beschäftigen. Während ich grundsätzlich natürlich auch einen Wert darin sehe, konzentriert zu arbeiten, schreibt Cal Newport meiner Wahrnehmung nach unnötig abfällig über Menschen, die sich nicht NUR mit Gedankenarbeit auseinandersetzen wollen. Als Projektmanager stört mich das, da auch Projekte, Veranstaltungen oder Firmen voranbringen eine wichtige Fähigkeit in unserer Gesellschaft ist, die zwar durchdacht sein sollte, aber vor allem aktiv getan werden muss. Ich frage ich mich dabei, was Cal wohl bei einer Zombie-Apokalypse tun würde – ich vermute, da helfen wissenschaftliche Artikel wenig.

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