Die Mastermind-Gruppe ist ein spannendes Konzept, das erstmals durch Napoleon Hill im Buch Think and Grow Rich aus dem Jahr 1937, gegen Ende der Weltwirtschaftskrise. Das Buch beschreibt mehrere Herangehensweisen, wie man sich positiv weiterentwickeln kann, u.a., um sich finanziell besser zu stellen. Die Mastermind-Gruppe ist dabei die Idee, sich mit Gleichgesinnten regelmäßig auszutauschen, um sich gemeinsam zu unterstützen und zur Verantwortung zu ziehen.
Die Idee: regelmäßige, gegenseitige Unterstützung
Die Idee der Mastermind-Gruppe ist dabei sehr einfach:
- man trifft sich mit anderen, ähnlich motivierten Menschen.
- jede:r Teilnehmer:in erzählt, woran er/sie seit dem letzten Treffen gearbeitet hat, bzw. woran er/sie aktuell arbeitet, um ggf. Impulse/Ratschläge der anderen Teilnehmer:innen zu bekommen.
- zum Ende erklärt jede:r Teilnehmer:in, was er/sie sich für die Zeit bis zum nächsten Mastermind-Treffen vornimmt.
Diese Herangehensweise einer Mastermind-Gruppe hat mehrere Vorteile:
- die anderen Teilnehmer:innen können bei Blockaden, z.B. inhaltlicher Unklarheit helfen, zu erkennen, wie man am Thema weiterkommt, insb. falls ein:e andere:r Teilnehmer:in Erfahrung im Thema hat.
- es können unterstützende Kontakte aus dem Netzwerk der Teilnehmer:innen eingebraucht werden.
- es erzeugt etwas Druck, bis zum nächsten Termin tatsächlich an dem geplanten Thema zu arbeiten (Accountability).
Der Erfolg einer Mastermind-Gruppe steht und fällt mit den Mitgliedern – nicht selten kommt es dazu, dass der erhoffte Fortschritt ausbleibt oder man feststellt, dass die Chemie wider Erwarten doch nicht passt.
Varianten der Mastermind-Gruppe
Inzwischen ist die Mastermind-Gruppe in vielen Formen im Einsatz, oft unter anderem Namen. Die folgenden Varianten kenne ich bzw. habe ich bereits getestet.
Mastermind-Variante: Working Out Loud (WOL)
Working Out Loud ist eine Variante der Mastermind-Gruppe, die durch John Stepper auf Basis vorheriger Ideen ausgearbeitet und 2015 in einem Buch mit dem gleichen Titel veröffentlich wurde. In sogenannten Working Out Loud Circles tun sich wie oben beschrieben Gleichgesinnte zusammen und treffen sich regelmäßig zum Austausch im vorgegebenen Format über 12 Wochen in Gruppen von 3-5 Mitgliedern. Die Dauer der 12 Wochen hat den Vorteil, dass zwischenmenschliche Themen endlicher Natur sind, was ein für alle Beteiligten unangenehmes „Zerbrechen“ der Gruppe vermeiden kann. Bei Working Out Loud arbeitet jede:r Teilnehmer:in an einem normalerweise an einem anderen Thema.
Mastermind-Variante: LernOS-Circle
Ein LernOS-Circle ist eine Variante der Mastermind-Gruppe, die einen thematischen Schwerpunkt hat – im Gegensatz zu Working Out Loud haben alle Teilnehmer:innen das gleiche Thema und nutzen einen vorgegebenen Lernpfad mit Aufgaben und Zielen. Dies erleichtert die Zusammenarbeit dahingehend, dass weniger Raum für Diskussionen um Herangehensweisen besteht, da eine konkrete Anleitung vorhanden ist. Auch die LernOS Circles dauern 12 Wochen und sollten eine Gruppengröße von 3-5 haben. Ein Überblick über die bereits existierenden Leitfäden ist auf der Seite von LernOS verfügbar. Ich habe an LernOS Circles zu Sketchnoting und Objectives & Key Results teilgenommen. Auch zu Getting Things Done gibt es einen LernOS Leitfaden, der eine gute Basis für ein GTD-Coaching ist.

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