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Passwort-Sicherheit: Podcast-Transkription

10. September 2022 By Tobias Mueller-Zielke Leave a Comment

In dieser Folge unseres Podcasts sprechen Moritz und ich darüber, wie und warum es wichtig es ist, ein sicheres Passwort zu haben.

Sichere Passwörter zu nutzen ist nicht schwierig! 
Bild: ChatGPT
Sichere Passwörter zu nutzen ist nicht schwierig!
Bild: ChatGPT

Wir empfehlen als Podcast App – dazu kommt auch noch eine Folge – Snipd, da kann man sich nämlich kleine Passagen rausschneiden, die man spannend findet und teilen.

Passwort-Sicherheit: Show Notes

  • Unsere ⁠Podcast-Seite⁠
  • Have I Been Pwned: prüfe, ob deine Emailadresse bei einem Datenleck entwendet wurde
  • Beispiel Passphrase: Ih<3mnKrCoür@s (Ich liebe meinen Kater Carlo über alles, Erklärung im Podcast)
  • Moritz‘ LearningNugget Nr. 25: Passwortsicherheit
  • Tobias‘ Anleitung: KeePass2 einrichten
  • Überprüfung der Sicherheit Eures Passworts
  • Beiträge von Moritz zum Thema
    • Private Cyber Security – in 3 Schritten einfach sicher
    • LearningNugget Nr. 26: Deine Emailadresse vor Spam schützen 
    • LearningNugget Nr. 27: Authentifizieren ist gut … dann aber richtig
    • LearningNugget Nr. 29: Wurdest du schon erwischt?
    • LearningNugget Nr. 31: Nur noch ein Passwort merken
    • Pecha Kucha Vortrag Cyber Security DE oder EN
  • Weitere hilfreiche Informationen
    • Warum Passwörter keine Rolle spielen von Alex Weinert
    • Passwortverwaltung von Harald Schirmer
    • 3 Regeln für Passwörter von Dr. Michael Symalla
    • Zur Passphrase von Edward Snowden 
    • Zur Passphrase von Haufe Group
    • Zusammenhang von BruteForce & Passwortlängen: Herleitung und Aktuelle Zahlen
    • Passwortmanager – Cloud Zwang
    • Leak: 6,7 Mio. Twitter Accounts

Hinweis: die kostenpflichtigen Produkte sind teilweise mit Affiliate-Links hinterlegt, die Dir keinen Nachteil bereiten, uns aber eine Provision bringen. Warum?

Transkription des Podcasts

Diese Transcription wurde mit TurboScribe.ai erstellt, dem Lieblings-Transkriptionsservice von Tobias.

[Tobias]
Fangen wir da einfach mal an. Wir haben uns ja ein paar Sachen vorab überlegt und der Punkt, den man vielleicht am Anfang erst mal wissen muss, wenn es um Internet und irgendwelche Dienste geht, die man nutzt ist, man hat in der Regel eine Kombination aus einem Benutzernamen und einem Passwort. Und das ist auch das Thema, um das es primär gehen soll heute.

Also was mache ich, um sichere Passwörter zu haben? Und als kleinen Aufwecker haben wir uns überlegt, sagen wir euch einfach mal am Anfang, was euch, wenn ihr euch noch nicht viel mit dem Thema auseinandergesetzt habt, so ein bisschen Rüttler gibt und so die Motivation zu schauen, vielleicht sollte ich da was tun. Und zwar ist das der Dienst Have I Been Pawned?

Und bei Have I Been Pawned, das ist ein Dienst, der schaut die ganze Zeit im bösen Teil des Internets, also im Dark Web und guckt, was für Usernamen, Passwörter sind veröffentlicht worden, welche Dienste sind gehackt worden. Und wir haben den Link zu diesem Dienst natürlich in den Shownotes und ihr könnt jetzt am Anfang einfach mal auf diese Website gehen und eure E-Mail-Adresse, die ihr normalerweise für Dienste benutzt, wenn es denn eine ist, die ihr da häufiger nutzt, einfach mal eingeben und schauen, wie oft eure E-Mail in solchen im Internet veröffentlichten Datensätzen vorkommt.

[Moritz]
Für mich als Normalo war das gerade zu Beginn meiner Auseinandersetzung mit dem Thema Internetsicherheit und Cyber Security ein richtiger Augenöffner. Also für mich waren die meisten Webseiten Dinge, wo ich mich angemeldet habe, in meiner E-Mail-Adresse und einem Passwort, was jetzt nicht 1, 2, 3, 4, 5 war, sondern ein bisschen schwerer. Und durch Have I Been Pawned habe ich erstmal gesehen, wie relevant es ist, nicht nur auf das Passwort zu achten, sondern auch auf die E-Mail-Adresse, die man verwendet.

Und dass es halt auch eine ganze Reihe von großen Unternehmen gibt, wie LinkedIn oder auch Internet Security Firmen wie Avast, die auch schon mal einen Datenleck bekommen haben durch einen Hackerangriff.

[Tobias]
Genau und das Problem ist schlicht und einfach, egal wie gut euer Passwort ist, wenn ihr eben in einem solchen gehackten Datensatz drin seid, dann haben böse Menschen eben einen Benutzernamen und ein Passwort, das auf jeden Fall bei diesem einen Dienst funktioniert hat. Es gibt noch verschiedene Arten von sogenannten Leaks, wo eben vielleicht nur die Benutzernamen oder nur personenbezogene Daten rausgegangen sind, aber nicht das Passwort. Aber grundsätzlich ist die Indikation mal eine ganz gute.

Und einfach mal ein Beispiel zu machen. Ich habe zu Beginn des Internets angefangen, habe ich mir so eine Spam E-Mail-Adresse eingerichtet, die ich überall bei jedem Dienst benutzt habe, wo ich mich angemeldet habe, der nicht besonders relevant war. Und wenn ich diese E-Mail-Adresse eben eingebe bei Have I Been Pwned, dann kommen da zierliche 13 Breaches raus.

Also in 13 verschiedenen Diensten wurden Daten gehackt, wo mein Datensatz mindestens mit der E-Mail-Adresse drin ist, bei einigen sicher auch E-Mail-Adresse und Passwort. Und da kommen wir zu einem der zentralen Probleme bei dem ganzen Thema Passwort. Wenn man immer die gleiche Kombination nimmt aus Username und Passwort, was viele Menschen eben tun, um sich nicht so viel Passworte marken zu müssen, dann ist so ein Leck ein riesen Problem.

Denn stellt euch vor, ihr habt Zugangsdaten benutzt bei eurem bevorzugten Nischen-Katzenfutter-Lieferanten und der wird gehackt. Und weil seine Sicherheit ist vermutlich nicht die Kernkompetenz von so einem Katzenfutter-Lieferanten, Cyber Security richtig gut zu machen. Also sagen wir mal, der ist gehackt worden.

Da ging eure E-Mail-Adresse und euer Passwort raus. Genau diesen Datensatz kann jetzt jemand entweder selber verwenden, der Hacker, oder im Internet verkaufen. Und ein anderer Hacker oder der Hacker selber versucht genau diese Kombination zum Beispiel bei Paypal, wo eure Bankdaten hinterlegt sind.

Wenn das der Fall ist, kann er euch grundsätzlich schon mal Schaden verursachen. Damit kann er sich mal einen wunderschönen teuren Fernseher im Internet bestellen auf eure Paypal-Zugangsdaten. Und wenn ihr Pech habt, merkt ihr es zu spät oder gar nicht.

Und das ist so ein Punkt, warum man eigentlich für jeden Dienst ein eigenes Passwort braucht und nicht ein Passwort für alle Dienste.

[Moritz]
Und das ist auf jeden Fall schon ein Gedanke, den man erst mal sacken lassen muss. Man geht ja davon aus, wenn jemand gehackt wird, hat er erstmal einen Fehler gemacht. Er hat ein Passwort benutzt, was so einfach ist, wie 12345 oder Passwort.

Und dann könnte man sagen, naja zum Teil selbst schuld. Aber in diesem Fall den Tobias gerade beschrieben hat, kann man auch schon sehr viel richtig gemacht haben. Man kann ein sehr schwieriges, komplexes Passwort mit vielen Sonderzeichen verwendet haben.

Aber wenn der Anbieter, bei dem man angemeldet ist, zum Beispiel LinkedIn oder andere Unternehmen gehackt wird, dann hat der Hacker im schlechtesten Fall deine E-Mail-Adresse und das Passwort vor sich liegen. Und es ist egal, wie kompliziert es ist. Und deswegen ist es schon ein guter Schritt zu sagen, ich mache mir Gedanken darüber, wie ich meine Passwortstärke verbessern kann.

Es reicht aber bei Weitem nicht aus. Also wenn wir jetzt den Gedanken ein bisschen weiterführen und sagen, es ist nicht sinnvoll, nur einen Passwort für verschiedene Dienste zu haben, dann wäre der nächste Schritt zu sagen, wie kann ich denn Passwörter etwas komplizierter machen und wie stelle ich dann überhaupt noch sicher, dass ich mir die Passwörter merken kann. Und hier kommt die Passphrase ins Spiel.

Denn wir können deutlich mehr mit Geschichten oder Bildern anfangen und eine Passphrase ist ein kodiertes Bild. Ich gebe euch ein Beispiel dafür. Gehen wir davon aus, ihr habt ein Haustier, was ihr liebt habt.

Und das ist schon mal der Grundgedanke. Denn alles, was euch ins Herz geht, lässt sich noch besser merken. Dann formuliert ihr einen Satz, der mit diesem tollen Haustier zu tun hat.

Das könnte sein, ich liebe meinen Kater Carlo über alles. Und diesen Satz kodiert ihr, indem ihr immer den ersten und den letzten Buchstaben von einem Wort aus dem Satz verwendet und als Passwort aneinander reiht. In diesem Beispiel wäre es, ich, großes i, kleines h, liebe, da könnt ihr ein größeres Zeichen mit einer 3 machen, meinen, kleines m, n, Kater, großes k, r, Carlo, großes c, o, über, ü, r, und alles könnte ein S sein.

Damit habt ihr eine Passphrase geschaffen, die ihr euch sehr gut merken könnt und die 14 Zeichen hat. Eine Passwortlänge, die extrem schwer zu hacken ist. Blutforce würde bedeuten, ein Hacker versucht mit viel Rechenpower ganz viele Passwortkombinationen durch und hackt so Passwörter.

Dieses eben geschilderte Passwort ist über Blutforce kaum zu hacken.

[Tobias]
Genau, also ein anderer Punkt, der auch sehr wichtig ist eben beim Passwort, was die Sicherheit erhöht, ist die Anzahl der Zeichen und die Art der Zeichen. Das ist schlicht und einfach Mathematik. Wenn ich unterschiedliche Zeichenarten habe, ist die Anzahl der Kombinationen, die ein Hacker mit Blutforce testen muss, eben viel größer.

Blutforce an der Stelle heißt einfach, man nimmt einen Rechner und der versucht einfach beliebig viele Kombinationen strukturiert durch. Oft werden auch normale Wörter im Rahmen von einem Wörterbuch dann mitgenutzt. Das heißt, solche Bestandteile in seinem Passwort zu haben, ist schon mal schlecht.

Das erhöht das Risiko, dass er gehackt wird. Und auch da wird man einen schönen Artikel verlinken in den Shownotes, in dem man eben sieht, dass inzwischen man eigentlich ein Passwort mindestens mit zwölf Zeichen und Großbuchstaben, kleinen Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen eigentlich braucht, um wirklich ein sicheres Passwort zu haben, das nicht innerhalb von fünf Minuten gehackt werden kann. Das ist also wirklich ein Riesenthema.

Und vielleicht noch als kurzen Zusatzaspekt zum Thema so eine Key-Phrase nutzen, so eine Schlüssel-Phrase. Angenommen, ihr habt jetzt verschiedene Dienste und möchtet gleichzeitig aber ein individuelles Passwort für jeden Dienst haben. Dann wäre die einfachste Möglichkeit, die sicher nicht die sicherste ist, aber eine einfache Möglichkeit und eine, würde ich sagen, anständig sichere Möglichkeit, wäre in diese Schlüssel-Phrase zusätzlich noch den Namen des Dienstes, für den ihr dieses Passwort benutzt, eben zu integrieren.

Zum Beispiel, ihr sagt immer den ersten, den dritten und den fünften Buchstaben vom Dienst, hängt ihr am Ende dieses Passwortes an. Sagen wir mal für Amazon dann A, M und Z. Wäre dann am Ende von diesem Satz mit dem Kater Carlo.

[Moritz]
Das fand ich auf jeden Fall noch mal ein sehr, sehr guter Hinweis, den Tobias mir übergeben hat. Und ob ihr den Dienstnamen noch mal runterbrecht in drei Zeichen oder ob ihr den gesamten Dienstnamen schreibt, liegt auch an euch. Und der einfachste Weg wäre in dem Fall wahrscheinlich auch zu sagen, ich schreibe den kompletten Dienstnamen.

Amazon plus Passphrase. Dann kann es eher nicht passieren, dass ihr irgendwann noch mal darüber nachdenkt, welche Teile vom Dienstnamen wollte ich jetzt überhaupt in einem Passwort verwenden.

[Tobias]
Ja, wobei das wiederum dann das Risiko bringt, dass das Passwort natürlich auch dann von der Struktur leicht zu identifizieren ist. Also, wenn du Amazon und dann die Passphrase hast, dann könnte ich natürlich als Hacker denken, hm, ach, da hat Amazon davor stehen. Na, dann schreibe ich doch mal PayPal davor und probiere das bei PayPal.

Also, das birgt ein gewisses Risiko, daher die Idee, eventuell nur bestimmte definierte Buchstaben zu nehmen, damit das Muster nicht so leicht erkennbar ist.

[Moritz]
Ja, das zeigt eigentlich auch wieder ganz gut auf, dass Cybersecurity und Passwortsicherheit wirklich ein großes Thema ist, wo man sich sehr, sehr viele Gedanken darüber machen kann. Und auch, wenn man vermeintlich alles richtig macht. Hundertprozentige Sicherheit wird man nie haben.

Und unser Ziel mit der heutigen Episode und auch mit den folgenden Episoden wird sein, wie ihr mit einem überschaubaren Aufwand ziemlich sicher werdet. Und das geht eher so in Richtung Pareto-Prinzip. 20% Einsatz, aber 80% Ergebnis.

[Tobias]
Genau, genau. Und ich meine, aus den Punkten, die wir jetzt besprochen haben zum Passwort, kommt für mich allein schon definitiv der Schluss, boah, das ist mir zu anstrengend, um meine Passwörter nachzudenken. Da habe ich keine Lust drauf, mir das jedes Mal zusammenzubauen, wenn ich mich irgendwo anmelden will.

Und wenn das der Fall ist, dann kommt man eben sehr schnell zu einem Tool, das wir euch auch sehr, sehr nahe legen, nämlich einen Passwortmanager zu benutzen. Das wird eine eigene Folge auch geben. Da gehen wir zum Schluss auch nochmal drauf ein.

Aber was an der Stelle vor allem eben der Vorteil von so einem Passwortmanager ist, ist, dass er Passwörter spontan auch generieren kann. Also ihr müsst nur kurz, wenn ihr einen Account anlegt, wo klicken, sagen, okay, mach mir ein Passwort mit zwölf Buchstaben oder 24 womöglich und Großbuchstaben, Kleinbuchstaben und so weiter. Könnt ihr systematisch einfach angeben, wie euer Passwort aussehen soll, wie komplex es sein soll und könnt es dann eben in dieser Passwortdatenbank sehr schnell wieder abrufen.

Und für das Ganze benutzt ihr in der einfachsten Variante zum Entsperren dieses Passwortmanagers nur ein einziges sogenanntes Masterpasswort. Gibt es auch noch ein paar Kniffe, aber das wird jetzt hier den Rahmen sprengen.

[Moritz]
Ja und wir können also sagen, wenn ihr euch verbessern wollt mit eurer Internetsicherheit, dann wäre ein besseres Passwort der erste Schritt, mit dem ihr schon recht viel erreichen könnt, wenn ihr da anfangt, Passwörter zu nutzen. Das, was Tobias jetzt beschrieben hat mit dem Passwortmanager, wäre der nächste Schritt, die nächste Ebene, die euch das Leben leichter macht, weil ihr dann im Idealfall nur noch ein richtig schweres, komplexes Passwort euch merken müsst mit einer Passphrase und alle anderen Passwörter, die in einer Datenbank hinterlegt sind. Und das ist eine Sache, die mir mein Leben, nachdem mir das Tobias erzählt hat, auch deutlich erleichtert hat.

Denn ich bin relativ viel unterwegs, bin bei sehr, sehr vielen verschiedenen Anbietern angemeldet und jedes Mal wieder von neuen das Passwort einzugeben oder überhaupt zu überlegen, was ist das Passwort, ist nervtötend. Und ihr habt das sicher auch schon hin und wieder erlebt, dass ihr dann euch anmelden wollt bei einer Seite, wo ihr Monate nicht mehr drauf wart und dann euer Passwort wieder zurücksetzen müsst, weil es euch nicht mehr einfällt. Und das kostet dann wieder Zeit, Zeit, die man normalerweise im beruflichen Alltag lieber für andere Dinge aufwenden würde.

Und durch diesen Passwortmanager bin ich mittlerweile auf viel, viel schneller mit unterwegs und habe auch erst mal festgestellt, bei wie vielen Seiten ich überhaupt angemeldet bin. Als ich dann sukzessive den Passwortmanager gefüllt habe, habe ich gemerkt, wow, über 200 Seiten im Internet, ob das jetzt Banken sind, ob das soziale Medien sind oder, oder, oder, da kam über die Jahre ordentlich was zusammen.

[Tobias]
Ja, absolut. Das ist bei mir auch so. Und seit ich jetzt eben auch seit anderthalb Jahren versucht es zu optimieren, ziehe ich auch immer wieder, wenn ich mich bei einem Dienst, bei dem ich mich länger nicht mehr angemeldet habe, eben die optimale Lösung hinterher.

Darauf gehen wir dann auch mit der Zeit noch ein in den anderen Folgen. Eine andere Möglichkeit, die heutzutage auch immer weiter verbreitet ist, ist der sogenannte zweite Faktor.

[Moritz]
Ja, der zweite Faktor ist sicher auch ein Thema, was bestimmt eine ganze Episode füllen kann, aber auch das möchte ich ganz ernst schon mal teasern. Wir haben ja jetzt darüber gesprochen, wie wichtig ein starkes Passwort ist und dass man seine Passwörter leichter in einer Datenbank verwalten kann. Jetzt kommt ein zweiter Faktor ins Spiel.

Ein zweiter Faktor bedeutet, dass neben eurem Anmeldenamen, E-Mail-Adresse und Passwort noch ein weiteres Instrumentarium genutzt werden muss, um sich bei irgendeiner Seite anzumelden. Der zweite Faktor kann über eine SMS verschickt werden, der kann über eine sogenannte Authentifikator App erstellt werden. Also da gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die der zweite Faktor unterstützt.

Wenn man hier einen Schritt weiter denkt, könnte man auch schon sagen, dass der zweite Faktor eigentlich ein starkes Passwort schon wieder überflüssig macht. Denn selbst wenn jemand eure E-Mail-Adresse hat und euer Passwort ohne den zweiten Faktor, kommt er nicht dahin, wo er will. Ob es eure Bank ist oder euer Facebook-Account.

Er braucht halt diesen zweiten Faktor. Und den bekommt ihr direkt bei der Anmeldung als SMS aufs Handy oder könnt ihn über eure App, die ihr vorhin heruntergeladen habt, generieren.

[Tobias]
Genau, also wie wichtig dieser Faktor ist oder wie stark der die Sicherheit auch erhöht, kann man auch daran sehen, dass eben leider noch gar nicht so lange gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Banken immer mit einem zweiten Faktor arbeiten müssen. Also die dürfen euch nicht mehr einloggen lassen, nur mit Benutzername und Passwort. Und genau das ist der Grund, denn wenn ihr einen solchen zweiten Faktor habt, die einfachste Variante ist, die viele auch nutzen, kann man auch auch passwortlose Anmeldung nennen, ist, dass ihr irgendwo euren Benutzernamen eingebt und dann direkt eine E-Mail bekommt und erst dann durch den Zugriff, durch die Möglichkeit des Zugriffs auf die E-Mail, euch einloggen könnt.

Auch das wäre eine Form des zweiten Faktors bis zu einem gewissen Grad. Und ein Beispiel, das ich da auch noch bringen möchte, ganz aktuell, weil wir ja davon gesprochen haben, ja, auch wenn du alles richtig machst, kannst du noch Probleme kriegen, ist kürzlich ein Dienst gehackt worden, der heißt Plex. Und Plex ist ein Tool, mit dem man im Endeffekt aus seinen eigenen Videodateien so eine Art Netflix bauen kann.

Wird jetzt hier den Rahmen sprengen, auch weiter ins Detail zu gehen, aber auf jeden Fall sind die gehackt worden. Und dann haben die natürlich, so wie es idealerweise sein sollte, eine E-Mail verschickt und gesagt, hier, bei uns kann es sein, dass deine Zugangsdaten weggekommen sind, also bitte, ändere dein Passwort, bitte aktiviere idealerweise auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei uns, um solche Probleme oder in solchen Fällen eben kein Risiko einzugehen.

[Moritz]
Und die Relevanz, die der Tobias gerade angesprochen hat, die zweite Faktoren mittlerweile haben, wurde durch die Europäische Union dadurch untermauert, dass es eine Richtlinie gab. Die Richtlinie hat Banken in Europa halt mehr oder weniger gezwungen, bis 2019 diesen zweiten Faktor einzuführen. Das bringt einerseits mehr Sicherheit, ist für euch oder auch für uns zum Teil ein bisschen nervig, weil sich die Banken regelmäßig nicht untereinander abgesprochen haben und auf einen zweiten Faktor oder auf eine Authentifikator-App geeinigt haben.

Die meisten Banken haben ihr eigenes System, ihren eigenen zweiten Faktor gestellt und das macht es dann halt auch wieder ein bisschen nervig.

[Tobias]
Genau, deswegen hat man, wenn man mehrere Banken hat, bei mir auch der Fall eben verschiedene Apps, die man benutzen muss, um sich dann einzuloggen, wo dann halt jeweils der zweite Faktor langkommt oder kommt via SMS. Das ist bei einer meiner Kreditkarten. Aber es ist grundsätzlich absolut gut, dass das jetzt erzwungen wird und sollte eigentlich auch bei Diensten wie PayPal erzwungen werden, denn das erhöht die Sicherheit einfach immens.

[Moritz]
Ja, ich würde sagen, für die erste Episode im Bereich Cybersecurity und Internetsicherheit haben wir, glaube ich, jetzt schon einiges an Input geliefert und wollen euch jetzt auch nicht überrollen, sondern es erstmal sacken lassen. Am besten nehmt ihr aus der heutigen Episode einfach mal mit. Ich kann über Have I Been Porned überprüfen, ob meine E-Mail-Adresse schon mal irgendwo gelandet ist, wo sie eigentlich nicht landen sollen und dass ihr wisst, wie ihr mit einer Passphrase ein ordentliches Passwort macht.

In folgenden Episoden werden wir sicher noch mal intensiver auf den Passwortmanager und auf den zweiten Faktor eingehen.

[Tobias]
Genau, zum Thema Passwortkomplexität werden wir auch auf jeden Fall eine Website verlinken, wo ihr einfach mal euer im Worst-Case-Standard-Passwort, das ihr überall benutzt, eingeben könnt, um zu sehen, wie gut oder schlecht das denn zu hacken ist, also wie sicher es ist. Und in der nächsten Folge werden wir uns dann den Passwortmanager genauer anschauen. Und die allgemeine Aussage, die man erstmal machen kann, ist, einen Passwortmanager zu benutzen, ist definitiv besser als keinen Passwortmanager zu benutzen.

Es gibt natürlich noch diverse Ausprägungen. Es gibt Passwortmanager in Browsern, es gibt Passwortmanager als Cloud-Dienste, es gibt Passwortmanager als unabhängige lokale Dienste, es gibt systemnahe wie bei Apple die Keynchain und wo da die Unterschiede sind und wie unsere Empfehlung aussieht, kommt dann eben in der nächsten Folge. Eine andere Sache, auf die wir auch zeitnah eingehen werden, ist, wie reduziere ich die Angriffsfläche, indem ich einfach den Benutzernamen jedes Mal anders habe.

Ich kann ja dadurch, dass ich Passwort und Benutzernamen jedes Mal unterschiedlich mache, auch die Sicherheit hochdrehen. Und da gibt es eben Dienste, auf die wir auch eingehen werden, wo man einfach dann eine individuelle E-Mail immer angeben kann für jeden Dienst, die dann sehr sehr einfach anzuhaben ist. Und last but not least wird man natürlich auch in das Thema Zwei-Faktor-Authentifizierung noch mal genauer eingehen, denn auch da gibt es durchaus das eine oder andere Element, das einem das Leben leichter oder schwerer machen kann.

[Moritz]
Und wenn ihr darüber hinaus Fragen, Hinweise, Anmerkungen habt, könnt ihr den Tobias und mich auf LinkedIn und Twitter ziemlich gut erreichen und da werden wir auf jeden Fall auch gespannt, ob es Themen gibt, wo wir vielleicht noch ein bisschen tiefer einsteigen sollen oder Dinge gibt, die wir noch nicht genug umrissen haben.

[Tobias]
Genau, oder natürlich auch Ergänzungen. Also wir haben beide, denke ich, nicht den Anspruch, dass wir hier die absoluten Top-Cybersecurity-Experten sind, aber wie auch im Teaser erklärt, wir haben uns mit ein paar Themen einfach intensiver auseinandergesetzt und haben gedacht, wir nutzen das als Möglichkeit, einfach dieses Wissen auch unkompliziert und idealerweise verständlicher, als es im Internet ist, sich das zusammenzusuchen, zu teilen.

[Moritz]
Wenn ich das als Normalo geschafft habe, könnt ihr es auch gut hinbekommen.

[Tobias]
Es hört sich schlimmer an, als es ist. Damit lassen wir mal die erste Episode ausklingen und freuen uns auf die nächste.

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Filed Under: Allgemein, Android (Samsung/Xiaomi/Honor/Google), App-Tipps, Apple iOS, Datenschutz, Internet, KeePass Passwortmanagement, Tools

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