Speicherplatz befreien – Artikel-Updates:
- 21.12.25: Lesbarkeit verbessert, Empfehlung für Android angepasst, iOS Anleitung verlinkt.
- 12.07.22: Linux/SteamOS Software „Disk Usage Analyzer“ ergänzt.
- 27.02.22: Beispiele für Speichersünder ergänzt.
Zu wenig Speicherplatz erzeugt diverse Probleme, z.B. schlechtere Rechnerperformance und Fehlfunktionen von Software.
In diesem Artikel möchte ich einfache und grafische Tools zur Analyse des verwendeten Speicherplatzes vorstellen. Mit diesen Tools ist es deutlich einfacher als mit den Datei-Explorern, Speicherplatzfresser zu finden. Insbesondere große Dateien in tiefen Verzeichnissen sind sonst zu gut versteckt! Die genannte Software ist auf Windows PCs, Macs und Android Smartphones (bis einschl. Android 10) kostenlos verfügbar.
Verwendeter Speicherplatz intuitiv und grafisch dargestellt
Im folgenden Screenshot sieht man, wie der benutzte Speicherplatz nach der Analyse des Geräts z.B. bei WinDirStat für Windows dargestellt wird. Die Gesamtfläche stellt den genutzten Speicherplatz dar, während jedes „Rechteck“ eine Datei darstellt. Große Dateien sind also große Rechtecke:

Auf diese Weise findet man besonders gut die unauffälligen Speicherplatzfresser, die uns oft nicht bewusst sind. Videos, die man vor Ewigkeiten einmal heruntergeladen, aber nie gelöscht hat. Bilder, die eigentlich längst im Backup sind und ähnliches.
Die Software zur Speicherplatzoptimierung
Alle Varianten dieser Software scheinen auf WinDirStat zurückzugehen, das bereits im Jahr 2003 auf diese Art und Weise Speicherplatz dargestellt hat. Alle hier genannten Varianten sind kostenlos verfügbar.
Seither gibt es diese Art der Darstellung auf den meisten Geräten. In der Regel kann man nach dem Start des Programms wählen, welches Laufwerk bzw. Verzeichnis analyisiert werden soll. Auf diese Weise kann man z.B. auch Backup-Ordner mit den Original-Ordnern einfach vergleichen. Zudem können in der Regel direkt im Programm auch Dateien oder Ordner (teilweise auch final) gelöscht werden.
Hier die Softwareversionen, die ich selbst verwende und daher empfehlen kann:
- Windows: WinDirStat
Das Original – allerdings keine neuen Releases seit 2007. Hier gibt es eine Version, die keine Installation erfordert. - Windows: AltWinDirStat
Eine aktuelle Überarbeitung der Originalsoftware, die unter anderem deutlich schneller bei der Analyse ist. Bei meinem ersten Test schien die Struktur der Dateien im Wesentlichen identisch zu WinDirStat zu sein, so dass die Geschwindkeit wohl nicht auf Kosten der Genauigkeit zu gehen scheint. - Android: Diskusage
Diese Version analysiert direkt den kompletten Speicherplatz, ohne vorher nach einem Pfad zu fragen. Es muss der App allerdings aufgrund von Änderungen ab Android 11 die Berechtigung gegeben werden, auf alle Dateien zuzugreifen. Das macht aber natürlich Sinn, wenn man große Dateien finden will. - MacOS: Disk Inventory X
Die gleiche, oben dargestellte Funktionalität für MacOS. - iOS: bisher kenne ich leider keine Software, die die oben beschriebene Funktionalität erbringen kann. Ich vermute, dass iOS schlicht keiner App eines Entwicklers die notwendigen Zugriffsrechte auf das Dateisystem gibt. Diese Beschreibung zeigt ein paar – nicht einfache und vor allem nicht vollständige – Wege auf, wie man große Dateien auf iOS finden kann.
- Linux/SteamOS: Disk Usage Analyzer hilft mir hier, versteckte Dateien auf meinem SteamDeck zu identifizieren.
Viel Spaß mit dem aufgeräumten Gerät!
Beispiele für Speichersünder
Immer, wenn mir irgendwo irgendwelcher Speicherplatz knapp wird, und durch „komische“ Gründe Speicherplatz verbraucht wird, prüfe ich mit das zugehörige Speichermedium und ergänze die folgende Liste:
- 28 GB (Win) Backup der alten Windows-Version (C:\Windows.old) nach einem Windows 10 Update, nach ein paar übersprungenen Zwischenversionen.
- 6,6 GB (Win) nicht bewusst heruntergeladene Lieder der Google Play Music Extension für Chrome, versteckt in einem Unterordner des Chrome Browsers, der mit „fahmaaghhglfmonjliepjlchgpgfmobi“ nicht besonders intuitiv benannt ist. 😒
- 5 GB (Win) eines vor Urzeiten mitgeschnittenen Webinars, recht gut versteckt durch die Schnittsoftware Camtasia, tief in der Dateistruktur.
Diese Liste soll natürlich keinen Software-Anbieter ankreiden (always assume good intentions), zeigt aber deutlich, wieviel unbewusste Daten sich über die Zeit ansammeln können.

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