… und potentiell die Empfänger in den Wahnsinn treibt! Messenger sind allgegenwärtig und brauchen Zeit – in einem anderen Artikel habe ich beschrieben dass es „keine Zeit“ nicht gibt, nur „ist mir nicht wichtig“.
Wenn man in einer Gruppe kommuniziert, ist ein naheliegendes Kommunikationsmedium seit ca. 10 Jahren einer der verbreiteten Messenger, also Whatsapp, Threema oder Signal. Telegram spare ich mir, seit ich weiß, dass die Chats bei Telegram unverschlüsselt auf dem Server liegen, ist das für mich keine Option mehr, obwohl ich Nichts zu verbergen habe.
Das normale Tempo eines Gruppenchats: langsam
Viele Menschen kommunizieren nur von ihren Smartphones aus mit Messengern, viele nicht einmal mit Swyping, sondern nur durch das Tippen einzelner Zeichen. Diese langsame Art zu tippen war für mich lange ein Grund, nur Smartphones mit Tastatur (sogenannte Slider) zu nutzen, bis Swyping das Problem gelöst hat – aber das ist ein anderer Artikel.
Web-Interface + 10-Finger-Tippen: der Messenger-Turbo
Ich ticke an vielen Stellen sehr ähnlich: ich möchte alles möglichst effizient und schnell machen. Ich tippe also, wenn ich in einem Messenger schreibe, in der Regel mit 10 Fingern und nutze das Webinterface der Messenger. Damit kann ich sehr viel sehr schnell in einen Chat schreiben, was Vorteile hat (ich werde das, was ich denke, ungefähr so schnell los, wie ich denke), aber auch Nachteile (viele Menschen fühlen sich überrollt).

Regelmäßig habe ich dann als Rückmeldung bekommen, ich soll mich bitte zurückhalten oder nicht so viel schreiben. Was mich dabei irritiert, ist, womit die Menschen ein Problem haben: es zwingt sie doch niemand, die Nachrichten zu lesen? Die einzigen wirklichen Probleme, die die Menschen haben können sind doch vermutlich:
- sie haben ihre Smartphone-Benachrichtigungen nicht im Griff (Lösung für das iPhone, Android folgt) und die Benachrichtigungstöne treiben sie in den Wahnsinn.
- sie haben FOMO, also Fear of Missing out, das Gefühl etwas zu verpassen, was man nicht verpassen will. Das heißt, dass der Zähler, der anzeigt, wieviele ungelese Nachrichten in der Gruppe sind, verursacht ihnen Stress, weil sie das Bedürfnis haben, alles gelesen zu haben.
Du schreibst so viel im Messenger!
Oft bekomme ich auch die Rückmeldung, dass ich zu viel schreibe. Anscheinend habe ich das Memo nicht bekommen, dass man heutzutage nicht mehr gerne liest. Haben Youtube, Ticktock und Instagram auch bei der Generation X bewirkt, dass Lesen „anstrengend“ ist (Menschen mit Einschränkungen natürlich ausgenommen)? Muss ich jetzt bald kurze Videos mit Musik aufnehmen, um die Motivation, meine Gedanken zu lesen, zu erhöhen?
Lösungsvorschlag: Stumm schalten und nachlesen oder es einfach ignorieren
Die meiner Meinung nach logische Lösung für das Problem ist, die Gruppe stumm zu stellen (geht in allen Messengern) und dann ganz nach Bedarf, Zeit und Lust zu skimmen, um zu sehen, ob etwas drin steht, was für sie relevant ist. Oder halt einfach zu ignorieren, was ich schreibe – nur dann bitte nachher nicht maulen, wenn man was nicht mitbekommen hat.

Afra says
Ich habe darüber nachgedacht, warum mein Vater immer ans Handy springt, wenn er eine Nachricht erhält und dann ein Ping ertönt. Meine Erklärung dazu ist, dass er aus einer Zeit kommt, in der Töne und Signalbilder eine mehr gewichtete Bedeutung hatten: das Telefon klingelt – man geht ran, die Eieruhr piept – die Eier sind fertig, ein Lämpchen im Auto leuchtet – vielleicht mal die Bremsen testen. Diese Signale gibt es ja immer noch, aber hinzu kommen nun weitere, die man dann ignorieren oder wegsortierten soll. Ich mache auch immer als erstes die Benachrichtigungen aus, und befasse mich mit den Nachrichten, wenn sie in meinen Tag passen. Allerdings glaube ich, dass es zuweilen auch einer Erklärung dieser Herangehensweise bedarf. Hier ist wie in meiner Bubble damit umgegangen wird:
– wenn eine Gruppe in einem Messanger erstellt wird, klären wir, was der Purpose der Gruppe ist
– die Messanger werden im Normalfall für dringende oder fortlaufende Gespräche genutzt
– für größere Themen braucht es vielleicht ein Treffen oder einen E-Mailaustausch
Der Vibe einer Messanger-Gruppe oder eines Chats lässt sich eigentlich gut erkennen. Man kann sich sicher die Frage stellen, ob man die anderen überlagert mit seinem Output und ob man das eventuell dosieren kann 😉
Tobias Mueller-Zielke says
Danke, die Kategorisierung ist eine gute Idee, der Purpose natürlich sowieso. Ich überlege noch, wie ich das einbaue!