Warum sollte man ein Dumbphone haben? Um außerhalb der Arbeitszeit abschalten zu können, gibt es viele Möglichkeiten, aber die meisten erfordern bei modernen Smartphones einiges an Anpassungen, wie z.B. die Aktivierung von Graustufen oder das Deaktivieren von Benachrichtigungen bzw. den zugehörigen Tönen. Eine pauschalere Methode, die auch sicherstellt, dass man nicht „schwach“ wird und die Farben wieder aktiviert, ist ein sogenanntes Dumbphone. Ich habe mir zum Ausprobieren und als erstes potentielles Telefon meines Sohnes das Mudita Kompakt gekauft.

Rechts: Mit Benachrichtigungen, Erinnerungen und Doomscrolling kann man schlecht abschalten!
Bild: Google Gemini
Dumphone – was heißt das?
Ein sogenanntes Dumbphone hat die meisten Funktionen eines Smartphones nicht, d.h.
- es ermöglicht nur die Nutzung der vorinstallierten Apps und zusätzliche Apps zu installieren ist schwierig oder unmöglich
- das Display ist klein oder grau
Im Fall des Mudita Kompakt ist die Lage wie folgt:
- lange Akkulaufzeit: 6 Tage
- das Display ist ein e-Ink Display, das nur Graustufen darstellen kann, so wie bei einem Kindle
- alles, was man an Hardware braucht: WLAN, Bluetooth, GPS
- eSIM-Kompatibilität, was vor allem im Urlaub geschickt ist
- komplett vom Netz abtrennbar: hier wird die Hardware getrennt, so dass man wirklich offline ist.
- das Betriebssystem ist Android, so dass sich Apps zusätzlich installieren lassen. Das Android ist aber „entgoogelt“, so dass nur Apps funktionieren, die keine Google-Funktion nutzen.
- es gibt vorinstallierte Apps für die wichtigsten Funktionen:
- Telefon
- SMS
- Kamera
- Kalender
- Karten (nicht Google Maps, aber ausreichend)
- E-Book-Reader (epub)
- Musik (lokale Dateien)
- Taschenrechner
- Tonaufnahme
- Wetter
- Schach
- Meditation
Kann man persönliche Lieblingsapps ergänzen?
Es gibt einige Apps, die ich zum aktiven Konsum von Informationen sehr schätze, die mir ohne Nachinstallation sehr fehlen würden:
- ein RSS-Reader, quasi meine „Tageszeitung“ der Themen, die mich interessieren, ganz selektiv und ohne Doomscrolling.
- die Kindle App, da ich dort alle meine bisher gekauften Bücher habe und so die Markierungen gut wiederverwenden kann.
- ein Podcatcher, bevorzugt snipd.
- eine Musik-Streaming-App, bevorzugt Youtube Music, weil dort meine Uploads sind.
- eine Hörbuch-App, bevorzugt audible, da dort alle meine Hörbücher sind.
- ein Messenger, um mich abstimmen zu können, SMS finde ich ein bißchen arg knapp bemessen.
Hier bietet sich etwas an, das nicht von jedem genutzt wird, wie Whatsapp. Mein Favorit ist hier aus mehreren Gründen Signal, u.a., weil es von wenig Menschen in meinem Umfeld genutzt wird.
Seit der neuesten Version des Dumbphones Mudita Kompakt und des zugehörigen Hilfsprogramms können sogenannte apk-Dateien problemlos installiert werden. Das vereinfacht die Ergänzbarkeit. Die große Frage ist allerdings, wie man am Besten an die Installationsdateinen kommt.

Bild: ChatGPT
Woher bekomme ich die Programme für’s Dumbphone?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, an apk-Dateien zur Installation zu kommen, u.a. auch diverse Webseiten.
Ich favorisiere die folgenden:
- Download der apk: viele Webseiten bieten den Download von apks für alle möglichen Apps an. Ob die sicher sind, weiß man leider nicht sicher.
- der entgoogelte AppStore F-Droid: damit kann man einige Programme auch direkt am Mudita Kompakt installieren.
- sogenannte apk-Extraktoren: das sind kleine Programme, die aus den auf Eurem Smartphone installierten Apps die apk-Dateien erzeugen kann. Mir gefällt diese Variante besser, als die Webseiten, weil ich so sicher die offizielle Version, die aus dem Google Playstore auf meinem Smartphone installiert wurde, weiterverwende. Bei Websites kann man sich Gedanken machen, ob da evtl. noch etwas „ergänzt“ wurde, bevor es bereitsgestellt wurde.
Auf diese beiden Weisen konnte ich problemlos alles als apk auf meinem Dumbphone installieren, was ich brauche:
- Signal, über deren Website: Messenger
- FUTO Keyboard, über deren Website: eine Tastatur mit Swiping und Spracheingabe
- Kindle, über apk-Transfer: E-book-Reader
- feedme, über apk-Transfer: RSS-Reader
- audible, über apk-Transfer: Hörbücher
- F-Droid: entgoogelter AppStore
- LocalSend, via F-Droid: einfache kabellose Datei- und Text/Passwortübermittlung
- AntennaPod, via F-Droid: Podcatcher
- RiMusic, via F-Droid: Musikstreaming (basiert auf Youtube Music)
Der Dumbphone-Test im nächsten Urlaub!
Mein nächster Urlaub wird also, zumindest tagsüber, ohne Smartphone ablaufen, da ich alles auf meinem Dumbphone habe, was ich brauche. Ich bin gespannt!

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